Drei Monate Corona

Für uns Freiwillige in China war Corona schon deutlich länger ein Thema, als für Freiwillige in anderen Ländern. Nur einige Tage nach unserem Zwischenseminar im Januar wurde die Lage zunehmend ernster und unsere lang ersehnte, mehrwöchige Reisezeit erstmal auf Eis gelegt, dass daraus bis heute nichts geworden ist, braucht wohl eigentlich nicht erwähnt werden.
Zunächst bestand für uns also noch Hoffnung, dass „das alles schnell vorbei“ wäre und wir sogar eventuell unsere schon lange geplante Reise noch an irgendeinem Punkt wieder aufgreifen können. Als eines meiner gebuchten Hostels geschlossen wurde, hatte ich mich sogar noch eine Alternative gesucht und sogar noch Züge umgebucht. Glücklicherweise konnte ich bis auf Weiteres in der Wohnung eines Verwandten in Shanghai bleiben. Doch was als kurzer Zwischenstopp geplant war wurde schnell zu mehreren Wochen und auch danach ging es nicht bergauf, ich musste zurück zu meiner Schule reisen und dort für zwei Wochen in Quarantäne. Kaum dass diese vorbei waren, kam von Engagement Global endlich ein lang ersehntes Statement nach wochenlanger Unsicherheit und teilweise sogar Hilflosigkeit. Allerdings wurde dann von Engagement Global eine dringende Ausreisempfehlung ausgesprochen und nach einigem Hin- und- Her entschloss auch ich dieser Empfehlung aus unterschiedlichen Gründen zu folgen, vor allem aber weil in China in näherer Zukunft keine Aussicht auf Besserung bestand. Besserung im Bezug darauf, dass wir wieder anfangen können zu arbeiten, dass sich der Alltagsbetrieb in irgendeiner Form der Normalität nähert oder dass wir im nächsten halben Jahr noch die Chance bekommen werden etwas zu reisen.

Nach dieser Entscheidung waren die nächsten Tage natürlich vollgepackt mit Packen, Verabschieden und damit alle Sachen aus meiner Wohnung einigermaßen zusammen zu packen. Von vielen Freunden und Bekannten, vor allem aber von meinen Schülern konnte ich mich leider nicht mehr verabschieden, da die Schule natürlich noch geschlossen war. Diese Tage vergingen wie im Flug und schon war ich auf dem Weg zum Flughafen. Dieser gestaltete sich auch schon etwas komplizierter, weil die Reisebestimmungen für Ausländer schon drastisch verschärft wurden und ich mich kaum frei bewegen durfte und an allen Ecken verschiedenste Kontrollen nötig waren.

Drei Monate Corona
Mein ‘Flughafentaxi’

Als ich es nach scheinbar endloser Reise endlich nach Hause geschafft hatte, war ich erstmal erleichtert und dachte, dass ich das endlich alles hinter mir lassen könnte, doch natürlich ging hier der Stress weiter, nicht nur der Corona-Stress, sondern auch der ‚Was machst du jetzt eigentlich danach‘- Stress nahm eine ganz andere Form an. In den vergangenen Wochen hat sich wenig geändert, die ganze Welt scheint still zu stehen, nur die Fragen nach der Zukunft werden immer drängender und die Decke kommt jeden Tag ein Stück näher.

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