Seit gut einem Monat bin ich jetzt wieder zuhause. Mittlerweile bin ich wirklich angekommen und habe mich auch in meiner Familie gut wieder eingelebt. In den ersten Wochen habe ich aber gefühlt jeden zweiten Satz mit „Auf den Philippinen haben wir…“ oder „Auf den Philippinen war…“ begonnen. Deshalb möchte ich jetzt noch einmal auf den Alltag im Projekt zurückblicken.

In meinem Beitrag “Eine Woche Nicht-Alltag” habe ich schon über die Unterschiede zwischen der Francisco Infante Memorial Highschool und der Schule, die ich in Deutschland besucht habe, beziehungsweise zwischen dem philippinischen und dem deutschen Bildungssystem geschrieben. Dieser Beitrag enthält aber nur die Unterschiede, die mir in der ersten Woche schon aufgefallen sind, und ist definitiv nicht vollständig.

Normalerweise hat der Schultag für uns gegen viertel nach sechs begonnen. Dann nämlich hat unser Wecker geklingelt, und nach einem Frühstück sind wir mit dem Tricycle zur Schule gefahren. In Deutschland wäre ich die Strecke vermutlich zu Fuß gelaufen oder mit dem Fahrrad gefahren, aber zum einen sind Fahrräder auf den Philippinen eher unüblich, und zum anderen ist es zumindest mittags so warm, dass ich mich doch gefreut habe nicht laufen zu müssen.

Der Unterricht beginnt um halb acht, vorher findet aber um zwanzig nach sieben die Flag Ceremony statt. Deshalb waren wir meist gegen viertel nach sieben in der Schule. Zur Flag Ceremony sammeln sich alle Schüler auf dem Schulhof. Zuerst wird ein Gebet gesprochen, dann singen die Schüler die Nationalhymne und setzen die Flagge. Nach einem kurzen Block mit Ansagen gehen die Schüler in ihren Klassen. Die Flag Ceremony findet jeden Tag statt – nur bei Regen nicht, weil der Schulhof nicht überdacht ist und sich große Pfützen bilden.

Fast jeder Schultag auf den Philippinen beginnt mit einer Flag Ceremony

Den Großteil meines Freiwilligendienstes habe ich in der achten Klasse verbracht. Dort habe ich vor allem die Lehrer unterstützt, indem ich Aufsicht geführt habe, wenn der Lehrer den Klassenraum verlassen musste, Tests oder Klassenarbeiten korrigiert habe und gelegentlich mit Unterstützung der zuständigen Lehrkraft selber unterrichtet oder den Unterricht vorbereitet habe. Zu Beginn des Freiwilligendienstes haben wir außerdem einmal in der Woche Deutschunterricht gegebene, und den halben Vormittag in der Nursery geholfen. Hier werden Kleinkinder zwischen zwei und fünf Jahren auf die Schule vorbereitet und lernen lesen, schreiben und die Zahlen von eins bis zehn, aber auch Formen und Farben. Hier waren unsere Aufgaben vor allem, die Kinder in ihrer Frühstückspause zu beaufsichtigen, ihnen beim Aus- und Einpacken ihres Essens zu helfen, und sie bei der Bearbeitung von Aufgaben zu unterstützen. Außerdem schreiben auch die Kinder in der Nursery einmal im Monat eine Arbeit. Auch hierbei haben wir geholfen, da jeder Lehrer nur ein oder zwei Kinder während der Arbeit betreut.

Um viertel vor zwölf beginnt die Mittagspause, in der wir nachhause gefahren sind und etwas gegessen haben. Nachmittags sah unser Alltag ähnlich aus wie vormittags, nur die Nursery hat nachmittags keinen Unterricht mehr.

So wirklich Alltag ist für mich aber selten eingekehrt, weil es fast monatlich Events in der Schule gibt, Feste gefeiert werden oder wir – besonders in der Anfangszeit – für unser Visum mehrmals nach Manila fliegen mussten.

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