Manchmal passiert alles gleichzeitig

Manchmal passiert alles gleichzeitig. So war das bei uns in den letzten Wochen: Das Visum musste verlängert werden, in der Schule standen Intramurals und Anopssai an, das fünfzigste Jubiläum der Youth of the Iglesia Filipina Independiente (YIFI) wurde gefeiert, und in Bacolod fand das Masskara-Festival statt. Aber von Anfang an.
Eigentlich ist der Schulalltag seit dem letzten Eintrag gar nicht normal weiter gegangen. Statt des normalen Unterrichts wurden die Schulstunden von einer Stunde auf vierzig Minuten verkürzt. In der Zeit, die dann am Nachmittag frei wurde, haben die Schulmannschaften für Anopssai, ein Turnier zwischen mehreren Schulen auf Negros, trainiert. Außerdem hatten die Klassen Zeit, ihre Tänze für Intramurals, eine Art Schulfest, zu üben.

Leider haben wir das endgültige Ergebnis dieser Proben, die bei über dreißig Grad und Sonnenschein auf dem Sportplatz stattfanden, nur auf Facebook gesehen. Am ersten Tag von Intramurals, dem zehnten Oktober, sind Madita und ich nämlich noch einmal nach Manila geflogen, um unser Touristenvisum zu verlängern und das endgültige Visum zu beantragen. Mit dem Antrag für das Visum könnte ich einen ganzen Blogeintrag füllen, und das werde ich auch tun, sobald wir das endgültige Visum haben.

Aber nicht nur für das Visum sind wir zurück nach Manila geflogen. Am 17. Oktober haben wir die Freiwilligen aus Schweden wiedergetroffen, all unser Zeug in den Bus geladen und sind nach Laguna gefahren, wo das fünfzigste Jubiläum der YIFI gefeiert wurde. Das Programm im Detail zu beschreiben würde hier den Rahmen sprengen, aber von einigen Highlights möchte ich trotzdem berichten.

Das, was mir vermutlich am deutlichsten in Erinnerung bleiben wird ist die Unterbringung. Während des Jubiläums haben wir in einer Highschool übernachtet. Jede der vier Regionen der Philippinen (North Central Luzon, South Central Luzon, Visayas, Mindanao) hat zwei Klassenräume zur Verfügung gestellt bekommen, einen für die Jungen und einen für die Mädchen. Übernachtet wurde auf dünnen Matten aus Reisstroh. Das ist, vor allem auf dem gefliesten Boden eines Klassenraumes, eine Erfahrung, an die man sich erst einmal gewöhnen muss. Zusätzlich hatte keiner von uns so wirklich eine Vorstellung, wie stark die beiden Klimaanlagen den Raum tatsächlich kühlen. Die erste Nacht bestand also für mich hauptsächlich darin, aufzuwachen, mich auf die andere Seite zu drehen, was nur unwesentlich gemütlicher war als die Position in der ich aufgewacht bin, irgendwie zu versuchen noch ein bisschen tiefer unter die Decke zu kriechen, und dann wieder einzuschlafen. Entsprechend müde war ich dann am nächsten Morgen, als wir um fünf aufgestanden sind, um dann im sechs noch vor dem Frühstück Zumba zu tanzen und den Tag mit einer Andacht zu beginnen.

Auch das Essen ist eine Erwähnung wert. Die Mahlzeiten wurden in der Kantine der Schule ausgegeben, und wie für alle anderen gab es auch für uns dreimal am Tag Reis, was tatsächlich eine neue Erfahrung, aber nicht unbedingt schlecht war. Nur an die Kombination aus Reis, Rührei und Würstchen mit Ketchup morgens um halb sieben musste ich mich erst gewöhnen.

Von dem Programm habe ich nicht allzu viel verstanden, weil vieles auf Tagalog war, aber der Ausflug am 19. Oktober ist mir in Erinnerung geblieben. Wir wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Die Gruppe in der ich war hat Reisbauern in der Umgebung von Laguna besucht. Die meisten Bauern besitzt das Land das sie bewirtschaften nicht, und müssen den Großteil der Ernte an die Eigentümer des Landes abgeben. Wenn der Besitzer der Felder Saatgut und Pestizide zur Verfügung stellt, haben die Bauern erzählt, dürfen sie zehn Prozent der Ente behalten, wenn die Bauern auch das Saatgut kaufen müssen ist es etwas mehr. Gleichzeitig sinkt der Preis für Reis, weil immer mehr günstiger Reis aus anderen Ländern importiert wird. Auch die Industrialisierung der Landwirtschaft stellt für die Bauern eine Gefahr her.

Am Sonntag wurde das Programm mit eine Messe beendet, und für Madita und mich ging es zunächst noch einmal nach Manila und dann zurück nach Negros, gerade rechtzeitig um das Masskara-Festival noch besuchen zu können. Leider war das Wetter eher mäßig, sodass wir uns nur die Parade angeguckt haben, und auf die Tänze auf der Plaza von Bacolod verzichtet haben.

Manchmal passiert alles gleichzeitig
Das Masskara-Festival in Bacolod, manchmal ohne Regen…
Manchmal passiert alles gleichzeitig
… und manchmal mit Regen.

Morgen fängt dann bei uns die Schule wieder an, und mit ein wenig Alltag können hoffentlich auch wieder regelmäßigere Blogeinträge.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *