Anders als zuhause

Jeepneys rauschen durch die Straßen,
und ich kann wieder mal nicht schlafen,
weil die Klimaanlage stört.
Im ersten Moment denk’ ich, das hört
sich nach Regen an.
Aber wenn das Regen ist, dann
anders als zuhause.
In unserem Raum das Licht
ist aus, aber dunkel ist es nicht.
Anders als zuhause.
Hoffentlich ist das Mückennetz dicht,
die Mücken hier hört man nämlich nicht.
Anders als zuhause.

Fremd, neu, anders,
und ich frag’ mich war das
wirklich der richtige Weg?
Ich stand auf einem Steg,
und wusst’ nicht ob ich schwimmen kann.
Ich bin quasi hineingefallen.
Keine Stolpersteine, mehr so Sorgenquallen.
Aber plötzlich, irgendwann,
war der Kopf wieder oben.
Viele Sorgen gelöst, nicht weggeschoben.

Die Klimaanlage – ich hab mich mit ihr versöhnt,
mich an ihren Klang gewöhnt.
So wie der Regen zuhause.
Das Licht – das hat schon etwas gemütliches.
So wie im Sommer zuhause.
Das Mückennetz – das ist etwas behütendes.
Mein eigener, kleiner Raum,
der richtige Ort für einen sicheren Traum.
So wie mein Zimmer zuhause.

Vor genau einem Monat sind wir auf den Philippinen angekommen, und in diesem einen Monat ist vieles, das in den ersten Tagen neu und überwältigend war, mittlerweile normal geworden. Obwohl wir gerade in Manila sind, um das Visum zu beantragen, habe ich das Gefühl, auf den Philippinen und in Negros angekommen zu sein und freue mich auf die nächsten zehn Monate.

Comments 1

  1. Wow, was für ein tolles Gedicht, Lone – ich bin begeistert! Die “Sorgenquallen” gefallen mir als Wortschöpfung besonders gut 🙂
    Ich bin gespannt auf deine weiteren Beobachtungen und freue mich schon auf weitere poetische Reiseberichte. Auf dass es bald auch ein Zuhause auf den Philippinen ist!

    Liebe Grüße aus dem ZMÖ
    Janna

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