Der erste Schultag

Montag, 2. September 2019. Der erste Arbeitstag in der Francisco Infante Memorial High School. Weil die Schule um sieben beginnt, klingelt der Wecker schon um halb sechs. Und obwohl das im ersten Moment wie ein Albtraum für mich klingt, bin ich erstaunlich gut aus dem Bett gekommen. Da wir meistens selber kochen, sieht unser Frühstück nicht groß anders aus als in Deutschland auch. Gegen zehn vor sieben holt uns das Tricycle zuhause ab und bringt uns durch den leichten Regen zur Schule. Hier fängt um sieben jedoch nicht der Unterricht an. Stattdessen versammeln sich alle Schüler zur Flag Ceremony. Zuvor wird ein Gebet gesprochen, hinterher gibt es die wichtigsten Ankündigungen. Erst dann gehen die Schüler in ihre Klassenräume.

Die Räume unterscheiden sich deutlich von deutschen Schulen. Zum einen gibt es keine Flure. Die Türen der Klassenräume führen nach draußen, gegen den Regen sind die meisten Wege jedoch überdacht. Außerdem gibt es keine Tische, stattdessen hat jeder Stuhl an der rechten Seite einen kleinen Tisch integriert, der gerade genug Platz für ein Heft bietet.

Da wie in Deutschland auch die Lehrer den Klassenraum wechseln, erlebe ich erst Geschichte und dann MAPEH (Music, Arts, Physical Education and Health). Leider wird Geschichte auf Tagalog unterrichtet, sodass ich nicht allzu viel verstehe.

Nach der Pause helfen Madita und ich, Certificates of Recognition vorzubereiten. Die Zwischenstände werden auf den Philippinen schriftlich den Eltern mitgeteilt, besonders gute Schüler erhalten außerdem ein Certificate of Recognition. Und kaum dass wir damit fertig sind, haben wir auch schon Mittagspause. Die Zeit reicht für uns, um nachhause zu fahren, etwas zu kochen und die Trinkflasche wieder aufzufüllen, bevor um halb zwei die Schule weitergeht.

Nach der Mittagspause bereiten wir dann die Report Cards vor: Für jeden Schüler einen Aufkleber mit dem Namen ausschneiden und auf einen Umschlag kleben, dann die Report Card einmal falten und in den passenden Umschlag stecken. Wenn man sich dann gleichzeitig noch auf Englisch unterhält, vergeht die Zeit schneller als man denkt. Um vier ist der Unterricht beendet, und gegen halb fünf sind wir wieder zuhause.

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