Neues von Vulingqondo

Die positiven Eindrücke aus meinem ersten Bericht, konnten in den letzten Monaten nur bestätigt werden. Die tägliche Routine hat sich seither nicht verändert. Abgesehen davon hat sich in meinem Projekt allerdings viel getan. Wir haben zwei neue Mitarbeiter, da unser ehemalige „Hausmeister“ zum neuen Jahr in den Ruhestand gegangen ist und eine der beiden Küchenkräfte schwanger ist. Ab nächster Woche wird sie zuhause alles für das neue Kind vorbereiten. Aus dem Projekt wurde sie für die Zeit des Mutterschutzes mit einer Baby Shower verabschiedet. Die beiden neuen Kollegen haben sich bereits gut eingearbeitet und passen ins Team.

Den Großteil des Jahres 2018 war die Kirche für die Restaurierungsarbeiten geschlossen. Die Gottesdienste wurden daher in der großen Halle der Schule abgehalten. Seit der Einweihung stehen nun alle Kirchbänke wieder neben an und die Halle kann wieder vollständig von uns genutzt werden. Nicht nur an regnerischen Tagen findet das tägliche Toben hier statt, auch für unsere Jumblesales (Flohmärkte) haben jetzt wieder viel mehr Platz um die Spenden übersichtlich vorzuführen.

Da Sandra, unsere Managerin, aus Gesundheitsgründen nicht immer bei den Jumblesales dabei sein kann, freue ich mich jedes Mal um so mehr, dass Leonie mich unterstützt. In meinen Augen kann auch sie nur davon profitieren, da sie immer wieder ihre Freude am Ver- aber auch Einkaufen hat. Trotz aller Hilfe falle ich nach den zwei Tagen auf und abbauen, sortieren, zusammenlegen und verkaufen, sofort ins Bett. Tagsüber lasse ich gerne mal eine Tafel Schokolade ihre Wirkung tun.

Zum Ende des letzten Jahres, wurde uns ein großes grünes Netz gespendet. Anstatt dieses bei unserem Jumblesale zu verkaufen (ich glaube das wäre ohnehin schwierig gewesen), haben wir dem Netz einen Rahmen anfertigen lassen. Heute fungiert es als zusätzliche Klettermöglichkeit auf unserem Spielplatz und ist wirklich eine große Bereicherung. Von den Kindern wird es geliebt. Heute hat mich der ruf „Hey lass uns Spiderman spielen“ von ganz oben aufs Neue davon überzeugt.

Besagtes Klettergerüst

page4image1766432

Zusätzlich zu dem im letzten Bericht beschriebenen Tages, beziehungsweise Wochenprogramm, machen wir mit der gesamten Schule etwa monatlich einen Ausflug. Beispielsweise waren wir bereits zweimal am Strand und haben die an der Promenade liegenden Pools für uns in Anspruch genommen. Bevor alle sich abduschen mussten, hatten wir noch großen Spaß im Sand. Sowohl ein bis zwei Lehrer/innen als auch ein gutes Dutzend Kinder wurden bis zur Hüfte eingebuddelt und hatten Spaß beim Rauskommen. Die Sandburg ist leider nur ein Haufen geworden, da der Sand zu weich und trocken ist, für unsere Zwecke allerdings mehr als genug.

Die Natur durften wir passend zu den Themen Hören, Sehen, Riechen, Fühlen und Schecken im botanischen Garten von Durban besichtigen. Das Schmecken haben wir allerdings ausgelassen und fühlen durfte man nur, was bereits nicht mehr an der Pflanze ist.

Der für mich bedeutendste Ausflug war, verbunden mit Weihnachten, zur Reddam-School in naheliegendem Umhlanga. Diese ist ein riesiger Kontrast zum Vulingqondo Literacy Centre, da sie eine der teuersten Privatschulen ist. Wie die Kinder mit ganz unterschiedlichem Background, ohne Hemmungen oder Zweifel, sich sofort angefreundet und gespielt haben, hat mir so deutlich wie nie zuvor gezeigt, dass ein Miteinander so unterschiedlich man sich auch vorkommen mag, immer möglich ist. Wir sind schließlich alle Menschen. Hass, Angst und Abneigung gegenüber Mitmenschen sind nicht angeboren, sondern Phänomene, die von der Gesellschaft erschafft wurden.

Alles in allem bin ich nach wie vor mehr als glücklich meine Erfahrungen hier in Durban machen zu dürfen. Beim letzten überfliegen, ist mir aufgefallen, dass dieser Bericht fast ausschließlich von positiven Dingen handelt. Das liegt nicht daran, dass immer alles glatt läuft, sondern eher wie wir alle mit Schwierigkeiten umgehen. Im Moment ist nichts ungeklärt und alle bisherigen Abs wurden durch viel wichtigere Aufs überspielt und haben daher für mich in diesem Bericht keine Rolle gespielt. Hoffentlich bleibt das so J

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *